Erfolgreicher EIPOS-Sachverständigentag Bauschadensbewertung / BVS-Bausymposium

Bei bestem Wetter fand am 12. Juni 2015 die gemeinsam von EIPOS und BvS ausgerichtete Tagung Sachverstand am Bau im Internationalen Congress Center Dresden statt. Das Leitthema „Vom Scheitel bis zur Sohle“ wurde diesmal durch das Schwerpunktthema "Neue Bauweisen + Neue Baustoffe = Haftungsrisiko?" vertieft. 


Interessante Vorträge luden zu anschließenden umfangreichen Podiums-, als auch Pausendiskussionen ein. Der erste Redner Herr Prof. Pfau aus Rosenheim referierte über „Neu Regelungen im Trockenbau und die daraus resultierenden häufigsten Fehler und Risiken“. Dabei ging es um die Problematik der aktuellen Verwendbarkeitsnachweise für genormte und geprüfte Trockenbausysteme mit Brand- und Schallschutzanforderungen sowie Anforderungen an neue Baustoffe und Systeme für besondere Einsatzbereiche.


Unser langjähriger Dozent Herr Dr. Knaute versah seinen Vortrag über die Auswahl des geeigneten Prüfverfahrens zur Ermittlung bestimmter Materialeigenschaften oder auch Zustände mit seinem eigenen Humor. Mit der richtigen Probenahme wird nicht unwesentlich die Aussagefähigkeit der Untersuchungen beeinflusst und letztlich die Qualität eines Gutachtens. Mitunter können durch ungenügende Probenahmen auch unzutreffende Ergebnisse und Schlussfolgerungen herbeigeführt werden, welche dann zu falschen Ergebnissen führen.


Im zweiten Vortragsblock ging es um Wärmedämmverbundsysteme. Durch die Erhöhung der Wärmedämmung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf der Außenoberfläche der Fassade höhere Oberflächenfeuchten bis hin zu Tauwasser bilden können. Ein Weg, mikrobiellen Bewuchses auf Fassaden zu verhindern, besteht darin, die Häufigkeit der Betauung bzw. die Oberflächenfeuchte zu reduzieren. Dies kann durch unterschiedliche bauphysikalische Ansätze erreicht werden. Herr Dr. Krus vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik führt dazu hygrothermische Berechnungen durch sowie betreut entsprechende Freilandversuche. 


Dr. Buecher stellte unterschiedliche Weiterentwicklungen und Neuentwicklungen von Wärmedämm-Verbundsysteme vor. Neben den „klassischen“ Dämmstoffen wird heute eine Vielzahl weiterer Produkte für die Verwendung in WDVS angeboten. Dabei stehen Materialien mit niedrigerer Wärmeleitfähigkeit und solche aus „natürlichen, nachwachsenden“ Rohstoffen im Fokus des Interesses.


Nach dem sehr guten Mittagsbuffett im Maritim standen Schimmelpilze im Fokus. Der Geomikrobiologe Herr Dr. Warscheid konnte die Zuhörer mit seinem Statement zu dieser Problematik begeistern. Auf Grundlage der vom BvS und Netzwerk Schimmel herausgegebenen Richtlinie zum sachgerechten Umgang mit Schimmelpilzschäden in Gebäuden appellierte er an alle Zuhörer den Sinn und Unsinn von entsprechenden Baumaßnahmen zu überdenken.


Feuchteschäden an erdberührten Bauteilen stellen einen sehr großen Anteil der Gebäudeschäden dar und verursachen jährlich immense Kosten in der Schadens- und Fehlerbeseitigung bei Mängelansprüchen. Häufig entstehen diese Fehler an Bauwerksabdichtungen durch Unkenntnis der einschlägigen Regelwerke. Herr Klingelhöfer als Mitglied verschiedener Normungsausschüsse informierte über aktuelle und künftige Planungsgrundsätze und Regelbauweisen für erdseitige Bauwerksabdichtungen und erläuterte praxisorientiert die häufigsten Problembereiche.


Last but not least blickte Herr Dr. Koch als Rechtsanwalt auf das Thema. Ein entscheidendes Kriterium für die Frage der Mangelfreiheit einer Bauleistung ist die Einhaltung der „allgemein anerkannten Regeln der Technik“. Der Einsatz neuer Bauprodukte und Bauweisen welche (noch) nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, ist für den technischen Fortschritt in der Bauabwicklung unabdingbar notwendig. Gleichwohl bergen technische Neuerungen, insbesondere für die Planerseite, erhebliche Haftungsrisiken, da - mangels Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik - zunächst objektiv mangelhaft geplant und gebaut wird. Dabei gilt es, den Bauherren über Risiken in Kenntnis zu setzen sein Einverständnis mit den vorgeschlagenen Maßnahmen einzuholen. 

Die Teilnehmer nutzten die Pausen für die tagungsbegleitende Fachausstellung, um sich über neue Produkte bzw. Veröffentlichungen zu informieren.

Das schriftliche Resümee der Teilnehmer: Eine gelungene Veranstaltung mit vielen fachlichen Inputs, welche auch gern vertieft werden sollen.

Wir, EIPOS und BvS, werden die geäußerten Themenhinweise aufnehmen, um ebenfalls für 2016 ein interessantes Programm zu gestalten.

Bitte vormerken: 24. Juni 2016, wozu wir schon jetzt ganz herzlich einladen.

Für weitere Themenvorschläge oder das Angebot für eigene Vorträge steht die E-Mail-Adresse s.gruen@eipos.de zur Verfügung.


Bildergalerie vom 12. Juni 2015