Die Eröffnungsworte im Namen von EIPOS und BVS sprachen die Geschäftsführerin der EIPOS GmbH Sabine Schönherr und der Vorsitzende des BVS Sachsen Tobias Irmscher. 

Am 20. Juni 2018 traf sich die Branche der Bausachverständigen wieder im Dresdener Kongresszentrum zur gemeinsam von EIPOS und BVS ausgerichteten Tagung Sachverstand am Bau. Für EIPOS ein kleines Jubiläum, zum 20. Mal die Durchführung solch einer Veranstaltung.

Aus diesem Anlass konnten wir den Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften der Stadt Dresden mit einem Grußwort begrüßen.

In diesem Rahmen wurde der EIPOS-Lehrpreis an den Dozenten des ersten Sachverständigentages und langjährigen EIPOS-Dozenten Dr.-Ing. Jörg Wildoer. öbuv Sachverständiger für Schallschutz verliehen. Er bringt den Teilnehmern in den Fachfortbildungen und Tagesseminaren sehr praxisbezogen dieses spezielle bauphysikalische Thema näher.

Wie gewohnt bei herrlichstem Wetter, konnten wir 170 Teilnehmer, 6 Referenten und 22 Aussteller begrüßen. Im Anschluss an die Vorträge wurden Fragen zur Diskussion gestellt.

Im ersten Vortrag ein TGA-Thema, welches für Sachverstände eine Schnittstellenproblematik darstellt - Elektrotechnische „Basics“ für Bausachverständige von Erhard Wagner. Als öbuv Sachverständiger im Elektrotechniker-Handwerk, Schiedsgutachter und Wirtschaftsmediator aus Vilsbiburg/Bayern konnte er die Bausachverständigen u.a. mit Fundamenterdung, Blitzschutz und Überspannungsschutz vertraut machen. Er verwies auf die Notwendigkeit der fachgerechten Planung von elektrischen Anlagen und eine derzeit geltende Übergangszeit bis zur endgültigen Einführung bei einigen Normen. 

Zum Komplex Abdichtung von erdberührten Bauteilen im Hochbau konnten wir Gerhard Klingelhöfer, öbuv Sachverständiger für Schäden an Gebäuden aus Pohlheim begrüßen. Er arbeitet in verschiedenen DIN-Ausschüssen mit und kann detailliert aus diesen Arbeitsgruppen berichten. Das Thema – die neue DIN 18533 – basiert auf langjährig in der Planung und Baupraxis, bewährten Abdichtungsbauarten, Bauweisen und Details sowie auf anerkannten Regeln der Technik. In ihr ist, die Verwendung zuverlässiger erdseitiger Abdichtungen von Bauwerken oder Bauteilen, das Erfordernis fachkundige Planung sowie fachgerechte Ausführung mit geprüften/geregelten Abdichtungsprodukten / Komponenten und während der Nutzungszeit auch ggf. Wartung, Instandhaltung und erforderlichenfalls Instandsetzung verankert.

Teil 2 bestritt der Leiter der Aachener Bausachverständigentage Prof. Dipl.-Ing. Matthias Zöller, Honorarprofessor am KIT Karlsruher Institut für Technologie (Universität Karlsruhe), öbuv Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Er ist ebenfalls Mitglied verschiedener DIN-Ausschüsse, u.a. zur Drännorm. Die Drännorm DIN 4095 von 1990 ist in die Jahre gekommen und gilt nicht mehr als a.R.d.T. Anhand aktueller Praxisbeispiele wurde aufgezeigt, wie erfolgt die Wassereinwirkung und an welchen Bauteilen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage diskutiert, ist Dränung noch zeitgemäß. Er verwies auf entsprechende Vorstellungen vieler Sachverständiger, was die DIN 4095 neu regeln sollte.

Für die Pausenverpflegung war gesorgt.
Das Mittagsessen wurde kulinarisch im Hotel Maritim eingenommen.

Nach der Mittagspause mit umfassenden Gesprächen und Besuchen bei den Fachausstellern ging es um Wände innen und außen. Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Gänßmantel, öbuv Sachverständiger für Mineralische Werkstoffe des Bauwesens (Mörtel, Innen- und Außenputz, Estriche, Sanierungsbaustoffe, 1. Vorsitzender Fachverband Innendämmung e.V. (FVID), Dormettingen brachte den Teilnehmern mit seinem unterhaltsamen Vortrag näher, wo sollte der Sachverständige hinschauen, um Schäden durch nachträgliche Innendämmungen zu vermeiden. In einer Übersicht nahm Herr Gänßmantel eine systematische Einteilung von Schadenskategorien vor. Verschiedenste Einflüsse auf Innendämmsysteme lösen unterschiedliche Schadensparameter (wie Wärme- und Feuchteschutz, Schallschutz, Brandschutz und Material) aus. Folgen daraus sind Sach- und Personenschäden, Beispiele dazu gibt es genügend. Eine nachträgliche Innendämmung will also umfassend geplant sein.
Fazit: Auch Innendämmung bedeutet, alles mit gesundem Menschenverstand zu betrachten und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Steinert, öbuv Sachverständiger für Putze und Wärmedämmverbundsysteme, Wirtschaftsmediator, Leipzig befasste sich mit der Frage „Überarbeitung von geputzten Fassaden – eine reine Maleraufgabe?“ Die Untersuchungen an Bestandsfassaden vor deren Überarbeitung sind planerische Leistungen. Zu den Planerische Leistungen können gewerkeübliche Untersuchungen erwartet werden, d.h. Untersuchungen am Objekt mit Prüfungen auf Rissbildungen und Abrisse an Putzübergängen, Oberflächenprüfungen. Die Erforschung von Rissursachen gehört nicht dazu. Hinweise gab es zu Besonderheiten bei der Überarbeitung Mikroorganismen, Verschmutzungen: wie beseitigen, ohne die Putzschichten zu schädigen? Immer im Blick zu behalten ist der Bestandsschutz. Erlischt dieser, ist unbedingt die zuständige Baubehörde einzubeziehen.

Den Schlusspunkt setzte Prof. Jürgen Ulrich, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., Schwerte. In seiner humorvollen Art und anhand prägnanter und sicher nicht mehr zu vergessener Beispiele brachte er den Teilnehmern „Der Sachverständige und seine Vergütung“ näher.
Prof. Ullrich ging auf die Bezahlung des im Privatauftrag tätigen Gutachters und die JVEG-Vergütung des gerichtlichen Sachverständigen ein. Er gab Hinweise, wie mit der Bezahlung beim Einsatz von „Flugdrohnen“, Rechtsauskünften durch Gutachter / Sachverständige und dem „merkantilen Minderwert“ im Bauschadensrecht umgegangen werden sollte.

Fazit der Teilnehmer: Hohes fachliches Niveau, tolle Referenten mit sehr guten Themen, angenehme Atmosphäre, guter und informativer Herstellerquerschnitt, sehr gute Ausstattung und Platzverhältnisse im Tagungssaal.

Gern am 14. Juni 2019 wieder!!!

Wir, EIPOS und BVS, werden die Themenwünsche aufnehmen und freuen uns auf weitere Vorschläge für eine interessante Tagung 2019.