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Nachbericht

Das Motto der EIPOS-Sachverständigtentage Brandschutz 2017 lautete: "Der (Brandschutz)Teufel steckt im Detail.
Diese Problematik bezieht sich auf Details im Bauordnungsrecht, in der Planung, bei Ingenieurmethoden, in der Ausführung und in der Bewertung. Aus all diesen Bereichen wurden an beiden Veranstaltungstagen wichtige Details in den Fachvorträgen thematisiert.


… im Bauordnungsrecht

Befreiung? Erleichterung? Abweichung? - Oft werden diese Begriffe synonym verwendet, obwohl bauordnungsrechtlich klare Unterschiede bestehen. Ltd. Ministerialrat Jens Meißner erläuterte diese  Thematik ausführlich.


Ergänzend dazu wurde zu den Auswirkungen der MBO 2016 und der MVV TB auf Planung und Ausführung durch RA Michael Halstenberg, Ministerialdirektor a.D., mehr Klarheit geschaffen.


Urspünglich als Ersatzvortrag geplant, kamen Dipl.-Ing. Manfred Lippe und Frank Möller mit Ihrem Fachbeitrag "Was ändert sich bei der MLAR '2016' in der Praxis bzw. immer wieder (K)ein Problem mit dem Funktionserhalt?" zum Einsatz.


Neben dem Kernthema elektrischer Funktionserhalt - warum, wofür und vor allem wie? - klärte der Vortrag wiederkehrende Fragen z.B. zum Aufstellort der Verteiler oder dem Zeitraum, wie lange Anlagen im Brandfall funktionieren müssen und welche schutzzielorientierten Spielräume es hier gibt.

… in der Planung
Wohnungsmangel ist das beherrschende Thema in vielen Städten. Der nachträgliche Ausbau von Dachgeschossen ist ein adäquates Gegenmittel, wenn denn die geltenden Brandschutzanforderungen eingehalten werden können. Wie damit im Brandschutzkonzept umzugehen ist und welche Auswirkungen ein solcher Ausbau mit sich bringt, analysierte Dipl.-Ing. Architekt Thomas c Dehmel genauer.


Vielfach stellen Großstädte sogar den notwendigen zweiten Rettungsweg in Frage! Aber was ist ein Sicherheitstreppenraum „light“? Dies wurde im Vortrag von Dipl.-Ing. Architekt Andreas Flock diskutiert.


… bei Ingenieurmethoden

Die neue Normenreihe DIN 18009 legt in Teil 1 Grundsätze und Regeln für die Anwendung von Ingenieurmethoden im Brandschutz fest. Wie wirkt sich das auf die praktische Abwicklung und Nachweisführung aus? Hierzu brachte Prof. Geburtig in seinem Fachbeitrag interessante Denkansätze.


Daran anschließend referierte Frau Dr. rer. nat. Angelika Kneidl zum Stand der Normung der DIN 18009 Teil 2 und betrachtete das Werkzeug Personenstromanalysen genauer und zog daraus Rückschlüsse für die Gestaltung von Flucht- und Rettungswegen.

… in der Ausführung
Brandschutz für Stahlbauteile? Die Lösung: Reaktive Brandschutzsysteme. Auch hier stecken die Probleme im Detail: Dauerhaftigkeit? Gewährleistung? Dr.-Ing. Dustin Häßler und sein Kollege Dr.-Ing. Sascha Hothan von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung präsentierten dazu den aktuellen Stand der Forschung und sprachen Empfehlungen aus. Auch mit dem Publikum wurde dieses Thema besonders intensiv diskutiert.


Bei Feuerschutztüren und Feststellanlagen können selbst „kleine“ Fehler bei Auswahl, Ausschreibung oder Montage im Brandfall zu folgenschweren Schäden führen. Hierzu bot die Veranstaltung zum einen einen Live-Brandversuch mit einer Feuerschutztür, zum anderen lieferte Josef Faßbender wichtige Hinweise zur Verweidung von Fehlern.

 

Die Ermessenspielräume bei der Bauüberwachung Brandschutz beleuchtete Michael Juch in seinem Fachreferat genauer und betrachtete dabei insbesonderedie Rolle des Brandschutzsachverständigen und ausgewählte Prozessschritte.

Abschließend gab Roland Gratzl einen Überblick, was bei der Planung, Ausführung und Abnahme von natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen zu beachten ist.

 

Besondere Highlights: zwei Live-Aktionen im Außengelände.

Die Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid zeigten in einem Brandversuch die Leistungsfähigkeit einer rahmenlosten T30 Glastür sowie Brandschutzverglasungen.

 

In einem weiteren Live-Brandversuch konnte die Leistungsfähigkeit von Brandabschottungen durch die Firma svt eindrucksvoll gezeigt werden.

 

Natürlich fand der Wissens- und Erfahrungsaustausch nicht nur bei dendurchweg interessanten Vorträgen, sondern auch in der tagungsbegleitenden Fachausstellung statt, in der 71 Aussteller neue Trends, Produkte und Dienstleistungen präsentierten. Die großzügige Fachausstellung auf über 2000 qm bot dafür vielfältige Möglichkeiten.

Eine stimmungsvolle und gesprächsreiche Abendveranstaltung im Sophienkeller rundete den ersten Veranstaltungstag ab. Alle 360 Plätze der festlich geschmückten Räume des Gewölberestaurants waren mit Brandschützern dicht besetzt, die in lockerer Runde nicht nur die Spezialitäten der Kurfürstentafel genossen, sondern auch ein Kurzprogramm des Schnellzeichners Jo Herz erlebten und eine Karikatur von sich zeichnen lassen konnten.