Rundum gelungene Tagung!

Der 19. EIPOS-Sachverständigentag Holzschutz überzeugte und begeisterte das Publikum mit einem vielseitigen und fachlich anspruchsvollen Programm.

EIPOS konnte somit – in bewährter Tradition – viele Sachverständige, Architekten, Planer, Ingenieure, Holz- und Bautenschützer sowie Bauunternehmer und natürlich EIPOS-Absolventen zum alljährlichen Höhepunkt aus allen 16 Bundesländern(!) nach Dresden locken. Stolz möchten wir hier erwähnen, dass von insgesamt 130 Teilnehmern 66 Sachverständige für Holzschutz anwesend waren, die bei EIPOS die „Schulbank“ besucht und die Fachfortbildung absolviert haben. Der Sachverständigentag wird gern als Alumni-Plattform genutzt, um Kollegen wieder zu treffen, neue kennenzulernen und Gedanken austauschen zu können.

Das Publikum folgte interessiert den Fachvorträgen der 5 fachkompetenten Referenten und war mit seinen Fragen aktiv dabei. Eine ideale Mischung aus wissenschaftlichen und praxisbezogenen Beiträgen zog sich durchs Programm und garantierte für einen regen Erfahrungsaustausch und lebhafte Diskussionen bis in die Pausen hinein. Die Pausen nutzte zudem das interessierte Fachpublikum, um sich bei den 10 Ausstellern über deren Produkte, Innovationen und Dienstleitungen zu informieren. Die tagungsbegleitende Ausstellung begeisterte die Besucher und Aussteller zugleich und gab dieser Veranstaltung einen interessanten Rahmen. Gezielt konnten sich die Teilnehmer informieren, aber auch die Aussteller profitierten vom regen Besucherdrang an ihren Ständen, konnten ihre Kunden beraten und neue Kontakte knüpfen.

Nach Empfang und Begrüßung bildete der Vortrag „Kleben tragender Holzbauteile im Bestand“ von Herrn Dr. rer. nat. Simon Aicher den Auftakt. Er ging detailliert auf die baurechtlichen, normativen und zulassungsmäßigen Randbedingungen ein. Wichtige Ausführungsdetails zum Kleben tragender Holzbauteile im Bestand und in der Denkmalpflege wurden ausführlich erörtert und diskutiert.

Im Anschluss konnten die Teilnehmer beim informativen Vortrag von Frau Dipl.-Ing. Claudia Koch aus Wien (Holzforschung Austria) – mit einem angenehmen und amüsanten österreichischen Dialekt vorgetragen – nicht nur neue Vokabeln wie „reingesaftelt“ lernen, sondern sich ausführlich über Sicherheitsaspekte beim Einsatz von Bodenbelägen aus Holz im Außenbereich informieren. Frau Koch erläuterte die in einem Forschungsprojekt gewonnen Erkenntnisse hinsichtlich Rutschverhalten, Befestigung, Ökoakzeptanz, Konstruktion, Eignung und Langzeitverhalten, wo verschiedenste native Holzarten sowie modifizierte Hölzer untersucht wurden. Des Weiteren führte sie aus, dass Grundregeln zur richtigen Ausführung von Holzterrassen dringend zu beachten sind, um Schäden zu vermeiden. Ihr Fazit: Eine längere andauernde Durchfeuchtung ist zu verhindern und ein rasches Abtrocknen zu gewährleisten.

Der lebhafte und spannende Vortrag von Herrn Dr. Dirk Lukowsky informierte die Teilnehmer über das Befallsrisiko von technisch getrocknetem Holz durch den Hausbock. Er zeigte, dass der Hausbock heute deutlich seltener ist als vor 50 Jahren. Der Rückgang ist durch den chemischen Holzschutz, veränderte Bauweisen und verringerte Einschleppung verursacht worden. Durch eine technische Trocknung des Holzes wird das Risiko einer Einschleppung mit bereits befallenem Holz weiter verringert. Sein engagierter Vortrag endete mit rechtlichen Aspekten.

Welche Haftungsrisiken und Rechtsfolgen den Architekten für Planungsfehler und den Bauunternehmer für das Unterlassen der Bedenkenanmeldung gegenüber fehlerhafter Planungsvorgabe treffen, erläuterte Herr RA Volker Hafkesbrink ausführlich in seinem Vortrag, der mit vielen Fragen an das Publikum für rege Mitarbeit sorgte und so das Publikum in einen spannenden Dialog zog.

Die Tagung endete mit dem bauphysikalischen Vortrag „Tauwasserschutz im Holzbau – Neue Regeln und alte Erkenntnisse“ von Herrn Dipl.-Ing. (FH) Daniel Kehl. Beginnend mit Ausführungen über Konstruktionen ohne rechnerischen Nachweis nach DIN 4108-3, verdeutlichte er anschaulich, was in der Holzschutznorm DIN 68800-2 zur Trocknungsreserve steht und erläuterte den Sinn von hygrothermischen Simulationen (WUFI® oder Delphin).

Was könnte die Eindrücke des Sachverständigentages besser wiedergeben als die Meinung der Teilnehmer. Hier einige Stimmen: „… weiter so! ...“, „Wie zu erwarten, waren die Vorträge hoch interessant …“, „… fachlich und persönlich eine Bereicherung …“, „… es ist immer wieder erfrischend, mit Kollegen ins Gespräch zu kommen …“.

Zusammengefasst lautete somit der Tenor: Eine gelungene Veranstaltung auf fachlich hohem Niveau mit einer beeindruckenden Bandbreite von Themen, die in dieser Qualität Maßstäbe setzt und so manch neuen Blickwinkel entstehen ließ.