Im Jubiläumsjahr standen hochkarätige Referenten mit spannenden und brandaktuellen Themen, innovative Produktvorstellungen und der begehrte EIPOS-Lehrpreis im Blickpunkt und waren in Summe der Garant für eine gelungene Veranstaltung.

Auch in diesem Jahr war der Sachverständigentag Holzschutz ein „großes Klassentreffen“. Von den 140 Teilnehmern im ausgebuchten Tagungssaal waren 121 Sachverständige für Holzschutz dabei, die bei EIPOS die Ausbildung absolviert und sich zu anerkannten Sachverständigen qualifiziert haben. Der 7. Dezember 2016 stand somit fest im Terminkalender als jährliches Highlight, um Kollegen wieder zu treffen, Neue kennenzulernen, Gedanken austauschen und natürlich die Informationen aus erster Hand rund um den Werk- und Baustoff Holz nicht zu verpassen.

Zur EIPOS-Tradition und zu einem Jubiläum gehört auch eine Preisverleihung. Somit startet die Tagung mit einem ersten Höhepunkt: die Auszeichnung eines engagierten und langjährigen Dozenten! Die Überraschung war gelungen, als Herr Dipl.-Ing. Norbert Nieke schon vor seiner Moderation auf die Bühne durfte und das Symbol der Weisheit – die Eule aus Sandstein – verdient entgegennehmen konnte.

Nicht nur Herr Nieke wurde mit seinem Lehrpreis überrascht. Auch wir – das EIPOS-Team – durfte sich über ein ganz besonderes Geschenk freuen: Drei Muster-Tafeln vom Sächsischen Holzschutzverband mit dem Hausbock, Hausporling und der Scheibe eines historischen Deckenbalkens werden im neuen Jahr unsere Unterrichtsräume schmücken. Herzlichen Dank!

Ein Referent von der Holzforschung Austria muss ins Programm! Einerseits ist die Österreichische Gesellschaft für Holzforschung bekannt für ihre praxisbezogene Forschungs- und Prüftätigkeit, auf deren Ergebnisse man gespannt wartet – andererseits möchte das Publikum gern ein paar Fachwörter aus dem österreichischen Dialekt mit nach Hause nehmen. Der fachkompetente Referent aus Wien konnte beide Wünsche bedienen.

In seinem informativen Vortrag ging es um die Schadensanalyse an Holzkonstruktionen. Dabei erläuterte Herr Dipl.-Ing. Florian Tscherne detailliert verschiedene Methoden der Begutachtung und gab seine umfangreichen Erfahrungen weiter. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen bildete die nicht so weit verbreitete Analysenmethode der Bohrwiderstandsmessung mittels Resi als minimal invasiver Eingriff in die Holzsubstanz. Mit Ausführungen über Besonderheiten bei denkmalgeschützten Objekten endete sein anschaulicher Vortrag.

Angeregt diskutiert wurde der zweite Beitrag von Herrn Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Arnold „Konstruktiver Holzschutz – Vorteile, Nachteile, Anwendungsgrenzen“. Das Credo des Referenten lautete: Holzschutz ohne Chemie ist möglich und bei der Planung und Ausführung stets zu berücksichtigen! Herr Arnold erläuterte anhand von Regeln, Methoden und Beispielen Möglichkeiten und Stärken des konstruktiven Holzschutzes. Aber auch Grenzen wurden aufgezeigt und Risikoabschätzungen betrachtet.

In präziser und dabei aufgelockerter Art referierte Dr. Tobias Huckfeldt über „Schäden durch Fäulepilze am Beispiel von Fachwerkschäden“. Er verdeutlichte den Teilnehmern, dass trockenes Holz durch Hausfäulepilze nicht abgebaut werden kann und somit eine zu hohe Holzfeuchte die Hauptursache für eine Holzzerstörung ist. Folglich betonte er bei allen aufgezeigten Beispielen die Bedeutung eines zweckdienlichen Feuchtigkeitsschutzes. Gezeigt wurden Probleme an Fachwerk-Schwellen, Innendämmung und Ausfachungen und substanzschonende Hinweise für eine Sanierung gegeben.

Mit seinen umfangreichen Erfahrungen ging er detailliert auf die am häufigsten auftretenden Hausfäulepilze – den Echten Hausschwamm, den Braunen und Marmorierte Kellerschwamm sowie auf Moderfäulepilze und den Ausgebreitete Hausporling ein.

Sein Fazit lautete: „Sich mit Fäule- und Moderfäulepilzen im Fachwerk zu beschäftigen lohnt sich, denn nur so kann das „handwerkliche Können der Zimmerleute“ geachtet und das Kulturerbe bewahrt werden.

Der Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Ekkehard Flohr „NEUES WTA-Merkblatt Echter Hausschwamm – auf bevorstehende Änderungen bestens vorbereiten“ wurde mit viel Spannung erwartet, denn hier gab es „Informationen aus erster Hand“. Die wichtigsten Neuerungen des fast fertigen WTA-Merkblattes, dass in nächster Zeit seine 3. Auflage erfahren wird, wurden beschrieben, analysiert und diskutiert. Die Fachwelt freut sich auf dieses aktualisierte und stark erweiterte Regelwerk als wichtiges Arbeitspapier.

Dr. Robby Wegner referierte über aktuelle Holzschutzmittel mit Zulassung nach Biozidrecht. In seinem Vortrag ging er ausführlich auf die veränderten Zulassungsbedingungen für Holzschutzmittel ein und beschrieb das zukünftige Verfahren für Zulassungen.

Die gewinnbringende Mischung aller Anwesenden – ob der Referent als Experte seines Fachs, der facherfahrene Moderator Herr Nieke oder das aus der Praxis stammende Publikum – ließ interessante Diskussionen auf fachlich hohem Niveau aufkommen. Vielleicht gab es auch für den einen oder anderen eine Antwort. Aber auf jeden Fall war es ein fruchtbarer Gedanken- und Erfahrungsaustausch, der eine solche Tagung ausmacht.

Die großzügigen Pausen nutzte das interessierte Fachpublikum, um sich in der begleitenden Ausstellung bei den 10 renommierten Firmen über Ihre Produkte, Innovationen und Dienstleitungen zu informieren.

Die Aussteller profitierten vom regen Besucherdrang an ihren Ständen und konnten ihre Kunden beraten, mit Ihnen fachsimpeln und ihre mitgebrachten Neuheiten „zum Anfassen“ im Detail vorstellen.

Wer Qualitätsprodukte in den Bereichen Bauten- und Holzschutz suchte, war am Stand der Remmers Baustofftechnik GmbH beim Fachberater Herrn Urban richtig!

Zum ersten Mal präsentierte sich die Firma Repair Care International mit Lösungskonzepten für die Reparatur von Holzbauteilen aller Art auf unserem Sachverständigentag. Bei Herrn Daartz als Fachmann vor Ort nahm die „Beraterschlange“ nicht ab.

Am Stand des Beuth Verlages nutzten die Teilnehmer den schnellen Weg zur Norm und aktuellen Fachliteratur. Herr Ulrich und Herr Ingendorf hatten in ihrem „Buchladen“ alle Hände voll zu tun.

Wer sich über alternativer Holzschutz Firma Otto Richter GmbH informieren wollte, entdeckte die Marke wooditherm® – ein thermischer Holzschutz für effektive und biozidfreie Bekämpfung von Holzzerstörern. Herr Nowka freute sich über viele Interessenten.

Die Firma Kurt Obermeier GmbH war mit Herrn Dr. Richter und Herrn Braun Ansprechpartner für Holzschutzmittel sowie Holzoberflächen-Veredlungsprodukte.

DAS ÖKO BAU PROJEKT konnte als besonderes Highlight den Industriepartner SolteQ vorstellen, der zu effizienten und weltweit einmaligen Energiedachsysteme in Schindelformen „Made in Germany“ berät. Eingebaut werden diese natürlich nur über Zertifizierte Energiedach-Fachbetriebe. Herr Schreiber und Herr Slawik waren als kompetente Ansprechpartner vor Ort.

Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) war die erste Adresse, wenn es Fragen zur anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung gab. Herr Weiß konnte ausführlich über die bestmögliche Nutzung von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen beraten.

Der Sächsische Holzschutzverband informierte über aktuelle Aspekte des Holzschutzes. Auch für den Lehrgang „Sachkundiger für Holzschutz am Bau“ gab es Interessierte.

Am EIPOS-Stand gab es immer Beratung und ein freundliches Lächeln.

Für eine zerstörungsarme Ermittlung des Holzzustands präsentierte die Firma IML Bohrwiderstandsmessgeräte. Das aktuell leistungsstärkste und schnellste der Serie war natürlich mit live am Stand und wurde interessiert begutachtet. Herr Dr. Tobias Biechele hatte alle Hände voll zu tun und bedankte sich schon am folgenden Tag mit den Worten: "Die Tagung war super organisiert und es waren gute Referenten ausgewählt. Auch für uns als Aussteller lief es gut und das Feedback / Interesse war groß.“

Anlässlich unseres Jubiläums durften unsere Referenten als Dankeschön und zur Erinnerung ein „leuchtendes“ Geschenk aus der Oberlausitz mit nach Hause nehmen. Nicht aus Holz, dafür aus Papier, mit 25 Zacken, traditionell in Handarbeit gefertigt und passend für die kommenden Weihnachtszeit.

Und für unsere Teilnehmer gab es ein Jubiläums-Geschenk aus Holz!

Wir danken allen Teilnehmern, Ausstellern und natürlich Referenten, die zum Erfolg des 20. EIPOS-Sachverständigentages Holzschutz beigetragen haben.

Ausblick 2017

Nun sollte der Termin für den nächsten EIPOS-Sachverständigentag Holzschutz schnell in den Kalender für das nächste Jahr eingetragen werden! Wir sehen uns am 12. Dezember 2017 wieder!