3. EIPOS-BIM-Forum

21. September 2018

Drei Jahre BIM-Forum – Beginn einer Tradition?!

Am 21.09.2018 lud EIPOS zum 3. BIM-Forum nach Dresden. Auch in diesem Jahr stellten wir uns der Herausforderung, ein Thema in den Mittelpunkt zu rücken, dass die interdisziplinäre Natur von BIM-Prozessen unterstreicht und welches in der Praxis bislang nicht vollständig ausdefiniert ist. BIM mIT Sicherheit! steht für Informations- und Datensicherheit in BIM-Projekten und Prozessen.

Spätestens mit der Umsetzung der Anforderungen, die die EU-DSGVO an Unternehmen seit Mai stellt, haben die Verantwortlichen gelernt, Prozesse im Bezug auf die Datenverarbeitung im Unternehmen zu beschreiben. Diese Methodik kann Grundlage sein, auch BIM-Projekte und Prozesse auf ihre informationstechnischen Risiken hin zu durchleuchten.

Auf dem BIM-Forum haben wir den aktuellen Stand festgestellt, und einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen gegeben. Die Referenten des Forums brachten Ihre spezielle Sichtweisen auf die Thematik ein und stellen Positionen und Angebote zur Debatte. Damit konnten die Teilnehmer in den fachlichen Austausch treten und sich auf dieser Basis eine Gesamtsicht erarbeiten und Ableitungen für das eigene Handeln im Unternehmen und für kommende BIM-Prozesse ziehen.

Erstmals trafen sich die Teilnehmer der modularen Fachfortbildung BIM-Experte (EIPOS) und haben mit dem jährlichen Symposium nun ein Austauschformat in der etablierten Tradition von EIPOS-Sachverständigentagen.  

Das 4. EIPOS-BIM-Forum wird derzeit für September 2019 konzipiert und wird erneut ein aktuelles Thema aufgreifen, welches die Branche bewegt und zu EIPOS passt.

BIM – Mit Sicherheit am 21. September 2018 im WTC Dresden

... In Großbritannien erhält ein Projektbeteiligter keinen Zugang mehr zum Projektraum/Modelserver, da man über Honorare stritt!
... Ein großer Gebäudedienstleister soll für einen Mieter sicherstellen, dass es keine Backups von Modelldaten des Bauwerks in den Planungsbüros und Bauunternehmen gibt!
... Eine Sicherheitsfirma spielte Angriffe/Erpressungen mittels Fernsteuerung von Gebäudetechnik (z.B. Sprinkler, Klimaanlage) bis hin zu Identitätsdiebstälen in der Planungsphase (z.B. Statiker) durch, die ein Gebäude unbenutzbar machen können!

All dies passierte 2018 und zeigt, wie bei aller BIM-Euphorie das Thema „Sicherheit“ von Anfang an im Fokus stehen muss!

Bereits die Grußworte der ideellen Partner, die auch in diesem Jahr das Forum mittrugen, zeigten, das das Verständnis da ist – jedoch noch viele Fragen aufwirft.

Für das sächsische Finanzministerium (SMF) sprach Referatsleiter Dipl.-Ing. Volker Kylau und betonte, dass die nun fertiggestellten AIAs (Auftraggeberinformationsanforderungen) erstmals einen Rahmen für BIM-Projekte im öffentlichen Bereich in Sachsen bieten – aufbauend Sicherheitsaspekte und Prozesse implementiert werden können. Der Freistaat Sachsen hat hier die sicherheitstechnischen Grundlagen bereits gelegt.

Der Präsident der Ingenieurkammer Sachsen Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke beglückwünschte EIPOS zur Wahl des Themas und stellte heraus, dass sich kontinuierlich qualifizierende Ingenieure auch weiterhin die Basis für sicheres Bauen sind.

Die Weiterbildungsreferentin der Architektenkammer Sachsen Annett Markewitz wünscht sich für die Mitglieder endlich regionale Pilotprojekte, wo Prozesse erprobt werden können.

Gunther Wölfle, Geschäftsführer von buildingSMART Germany, zeigte anhand des Schaubilds eines Pendels, dass die qualifizierte Person im Mittelpunkt jedes BIM-Projektes steht. buildingSMART Deutschland führt mit der Anbieterlistung im Oktober erstmals einen Qualitätsstandard für BIM-Weiterbildung ein.

Das Fachprogramm teilte sich in den Vormittag mit den Themen Wirtschaftskriminalität und vertraglicher Absicherung, und in den Nachmittag, der auf technische Sicherheit fokussierte.

Kriminalkommisar Silvio Berner vom Cybercrime Competence Center der sächsischen Polizei stellte aktuelle Fälle von IT-basierter Wirtschaftskriminalität aus der Praxis vor. Schwerpunkte sind weiterhin Fälle von Phishing und CEO-Fraud. Angriffe auf Bauwerke und Modelldaten sind bislang nicht bekannt, jedoch können DOS-Attacken oder Verschlüsselungstrojaner Bauprojekte zukünftig nachhaltig gefährden.

Dr. Michael Wolters, Rechtsanwalt bei Kapellmann & Partner und langjähriger EIPOS-Referent beleuchtete die rechtliche Aspekte des modellbasierten Arbeitens. Dabei ist sein bisheriger juristischer Blick auf BIM geprägt von „den vielen Köchen und dem Brei.“ Besonderen Regelungsbedarf sieht er in der derzeitigen juristischen Unterscheidung zwischen Daten (nicht zu schützendes Gut) und Plänen (Güter mit klaren Urheber- und Haftungsrechten).

Im anschließenden Panel diskutierten Volker Kylau (SMF) und Dr. Sylvia Kracht (BISG-Regionalrepräsentantin und Inhaberin eines BIM Service Centers) die bislang gestellten Anforderungen der Auftraggeber im Bezug auf Sicherheit. Im sächsischen Staatshochbau wird künftig ein Projekt-/Teamraum vorgegeben, der von den Sicherheitsexperten des Ministeriums betreut wird. Mitarbeiter in den Bauverwaltungen werden im Umgang mit Softwareinstrumenten zur Kolissions- und Qualitätsprüfung geschult. Dr. Kracht betonte, dass man bei zukünftigen Planungen von Sicherheitskonzepten auf die Erfahrungen des internationalen Industriebaus und Projekten der Verteidigungstechnik zurückgreifen kann. Einig war man sich im Panel, dass ein verbindlicher Referenzprozess für alle Beteiligten hilfreich wäre.

Den Auftakt nach den intensiven Gesprächen in der Mittagspause gestaltete Dr. Matthias Weise von AEC3, der aufzeigte, wie BIM-Prozesse durch ein prozessbegleitendes Werkzeug eine integrale Qualitätssicherung durch Standardisierung erfahren. Dabei geht der Weg von Excel-Checklisten (2005) zu integrierten Onlinetools (2018), die durch die Prozesse der AIA- und BAP-Erstellung führen und aus dem System heraus auf offene Punkte hinweisen.

Sven Eric Schapke (Direktor BIM/PML, think project!) zeigte, welche Fortschritte das integrierte Sicherheitsmanagement in Common Data Environments (CDE) bereits gemacht hat und rief dazu auf, die einzusetzenden Projektplattformen und Kommunikationswege einer genauen Prüfung zu unterziehen, bevor diese produktiv eingesetzt werden. Auf Wunsch nach einem Referenzprozess verwies er auf die britische PAS 1192/5, welche derzeit in die internationale Normung überführt wird. Als Antwort auf das “Koch und Brei Gleichnis” des Vormittags schlug er folgendes Bild vor: „Jeder Koch bringt ein Gericht mit und wir (CDE-Anbieter) machen daraus ein Buffet“, wo Freigaben und Verantwortungen klar geregelt sind.

Kurzfristig ins Programm kam das Thema von Versicherungsberater Daniel Mauss, der einen Einblick in die BIM-Rollen aus Sicht der Versicherungsbranche gab. Er legte den Anwesenden ans Herz, vor dem Einstieg in ein BIM-Projekt den derzeitigen Umfang der eigenen Berufshaftpflicht- bzw. Cyberversicherung zu prüfen, da viele neue Tätigkeiten in den klassischen Berufsbildklauseln nur bedingt abgebildet werden. Er warb dafür, als Büro die Prozesse in Form eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) zu beschreiben und damit offensiv auf den Versicherer zuzugehen.

Wie ein solches System aufgebaut wird, zeigten im abschließenden Vortrag Dipl.-Ing. (FH) Oliver Nitschke und Adam Bartusiak, MSc. vom fraunhofer cyber security lernlabor. In einer eindrucksvollen Break-out-session zeigten sie am Beispiel eines weitverbreiteten Kollaborationstools eines führenden amerikanischen Herstellers die Schwachstellen aus IT-Sicht. Hierbei wurde gezeigt, mit welch einfachen Mitteln die Identität eines Projektbeteiligten während seiner Onlinezeit übernommen werden kann und dadurch Planungs- und Vertrauensschäden in die Kompetenz des korrumpierten Projektmitglieds hervorgerufen werden können, die weit über das einzelne Projekt hinausgehen.

In der abschließenden Diskussion waren sich die Referenten des Tages einig, dass diese Herausforderungen im Fokus jedes Projektauftaktes stehen müssen und nur durch den Input der verschiedenen Professionen gemeinsam zu meistern sind. EIPOS wird seinen Beitrag hierzu leisten, indem es 2019 ein eigenes zweitägiges Intensivseminar zum Thema auflegt, welches in die modulare Fachfortbildung BIM-Experte integriert ist.

Unsere Partner:

9.00 Uhr: Eröffnung und Grußworte

  • Dipl.-Ing. Sabine Schönherr, EIPOS-Geschäftsführung
  • Dipl.-Ing. Volker Kylau, Abteilungsleiter SMF
  • Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke, Präsident Ingenieurkammer Sachsen
  • BuildingSMART Deutschland
  • Architektenkammer Sachsen

9.30 Uhr: Aktuelle Fälle aus der Praxis der Polizei

Silvio Berner, Kriminalkommisar Cybercrime Competence Center Polizei Sachsen

10.15 Uhr: Kaffeepause

10.30 Uhr: Rechtliche Aspekte des modellbasierten Arbeitens

Dr. Wolters, Rechtsanwalt Kapellmann & Partner

11.15 Uhr: Panel: Anforderungen der Auftraggeber

Bahn/SMF/Wohnungsunternehmen

12.00 Uhr: Mittagspause

13.00 Uhr: Integrale Qualitätssicherung im BIM-Prozess durch geeignete AIAs und Standardisierung

Dr. Thomas Liebich, Geschäftsführer AEC3

13.45 Uhr: Sicherheit in Common Data Environments – CDEs

Sven Eric Schapke, Direktor BIM/PML, think project!

14.30 Uhr: Kaffeepause

15.00 Uhr: BIM-Rollen aus Sicht der Versicherungsbranche, Tipps zu Berufshaftpflicht- und Cyberversicherung

Dipl.-Kfm. (FH) Daniel Mauss, Versicherungsberater

15.30 Uhr: Strukturierter Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) + Breakoutsession Schwachstellen in der Kollaboration bei BIM

Dipl.-Ing. (FH) Oliver Nitschke
Adam Bartusiak, MSc., fraunhofer cyber security lernlabor

16.30 Uhr: Abschlussdiskussion

Faltblatt zur Veranstaltung hier >>

Informationen zur Stadt Dresden

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Das 2. EIPOS-BIM-Forum am 22.09.2017 widmete sich in diesem Jahr der sogenannten „Leistungsphase 0“. Dabei sind wir uns mit vielen Fachleuten einig, dass eine frühe, ganzheitliche Planungsvorbereitung für den BIM-Projekterfolg essenziell ist.

In der Auswahl der Vorträge war es bewusst interdisziplinär für die unterschiedlichen Projektpartner am Bau konzipiert. Es beleuchtete die wesentlichen Prozesse, Akteure und Herausforderungen, die derzeit für eine erfolgreiche Umsetzung der BIM-Philosophie und der damit einhergehenden Modellkonsistenz über alle Leistungsphasen hinweg gemeistert werden müssen. Alles in allem: BIM wird nur gut und erfolgreich, wenn das Ergebnis bei den Beteiligten Mehrwert stiftet!

Die Referenten brachten es auf unterschiedliche Weise auf den Punkt:

Tim Hannewald (BIM Manager bei N+ P Informationssysteme) postuliert … Wir machen alle schon seit 20 Jahren BIM, da Modelle nur Tabellen sind die zur Not in jedem Texteditor bearbeitet werden können. Dr. Schiller (Inhaber von f:Data / Dr. Schiller und Partner) hält es mit dem Sprachrätsel: BIM einfach machen, welches je nach Betonung seine Bedeutung ändert und Dr. Liebchen (Inhaber: smartDEVELOPER Software assetcontroller) meinte 11+1=0, womit er die bekannten Leistungsphase 1 durch die für ganzheitliches BIM notwendigen neuen virtuellen Phasen 11 und 0 ergänzte!

Den Vortragsauftakt machten Vertreter der ideellen Partner, die das 2. EIPOS-BIM-Forum mitgetragen haben. Der buildingSMART e.V. wurde durch den neuen Leiter Kommunikation Jens Pottharst vertreten. Der folgende Vortragsblock zeigte den integrativen Ansatz der Methode.

Die Architektenkammer Sachsen war durch den AK-BIM-Leiter Silvio Lux vertreten, der die speziellen Herausforderungen und Wünsche der Architekten vorstellte aber auch Chancen aufzeigte. Sein Credo : BIM geht nicht mal so nebenbei und die Modellerstellung soll eine eigene bestellbare Leistung werden, welche derzeit noch eher in „Selbstausbeutung“ erbracht wird.

Danach sprach Dr. Sebastian Fuchs für die Ingenieurkammer Sachsen und erläuterte in seinem Vortrag die absolute Diskrepanz zwischen Wissenschaft und Praxis, lobte jedoch die bereits gelebte Partnerschaft in der Praxis. Als neue Rolle wünschen sich die Ingenieure einen unabhängigen BIM-Gesamtkoordinator der die Konsistenz der Property Sets in Open BIM-Standards sicherstellt. Dabei zog er Parallelen zum agilen Projektmanagement, wo diese Rolle z.B. in Form des SCRUM-Masters implementiert ist.

Als letzter ideeller Partner kam Volker Kylau (Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen) zu Wort und bekräftigte die rasante Veränderung, die die BIM-Thematik in den letzten 12 Monaten in den Augen der öffentlichen Auftraggeber genommen hat. Dabei betonte er, dass die öffentliche Hand keinen zertifizierten BIM-Planer fordern wird und im ersten Quartal 2018 einen Leitfaden für Auftraggeberinformationsanforderungen (AIA) herausgeben wird, womit die Hoffnung verbunden ist, dass sich die „Bedarfsforderer“ mehr Zeit für eine Phase 0 nehmen und sich intensiver mit ihren Funktionsanforderungen beschäftigen. Die sächsische Bauverwaltung hat außerdem massiv in IT-Infrastruktur investiert, um zukünftig mit eingereichten Modelldaten umgehen zu können. Die Bauverwaltungen der Länder haben für die Umsetzung eine länderübergreifende Kommission geschaffen, in der für Sachsen Herr Golaszewski aktiv ist, der im Anschluss über den aktuellen Stand informierte.

Nach diesem Vortragsblock ging es bereits in die detaillierte Schilderung aus der Praxis. Hier startete Dirk Hennings (BIM Welt), der die strategische Dimension guter Auftraggeberinformationsanforderungen (AIA) für den Projektverlauf erläuterte. Die Erfahrung lässt sich auf den einfachen Leitsatz bringen: Es werden nur Ziele erreicht, die vorher definiert werden. Modelle sind dabei nur die Grundlage, um Prozesse abzuleiten und diese durch Kosten, Termine und Qualitäten greifbar zu machen. Dabei wird, solange die HOAI vereinbarte Grundlage ist, keine neue exekutive Instanz geschaffen.

In der Mittagspause gab es dann die Möglichkeit, den Laas’n‘hof zu besichtigen den der erste Referent des Nachmittags Dr. Klaus Schiller mit BIM-Methoden umgebaut hat. Mit dem Einsatz der Methode in einem privaten Bauvorhaben schuf er ein Praxisbeispiel, wo es keine Veröffentlichungseinschränkungen gibt, um den derzeitigen Stand der Technik, aber auch die bislang unzureichend gelösten Herausforderungen darzustellen. Gemeinsam mit Dr. Gerald Faschingbauer zeigte er an einem Webfrontend Live den Einsatz der Kosten- und Mengenermittlung auf Basis des BIM LV Containers der mit GAEB und IFC kompatibel ist. Diese Herangehensweise ermöglicht bereits in einer frühen Leistungsphase die interaktive Variantenplanung gemeinsam mit dem Bauherren.

Der Vortrag von Dr. Liebchen spannte den Bogen zum Assetmanagement, welches noch ganz andere Attribute von einem Bauwerksmodell fordert als es in der derzeitigen BIM-Betrachtung üblich ist, die maximal bis zum FM „denkt“. Insbesondere erläuterte er die Formel 11+1=0, was eine Metapher für das notwendige Umdenken bezüglich der betrachtenden Phasen eines Bauprozesses darstellt und eine echte lebenszyklusorientierte Sicht erst möglich macht. Der zweite Kernpunkt seines Vortrages befasste sich mit der Thematik, dass die einzelnen Beteiligten gar nicht alle Modellattribute kennen, geschweige denn interpretieren können. Daher plädiert er dafür, hier von Anfang an sogenannte Nullvariablen zu definieren, die erst an der Stelle des Bauprozesses inhaltlich gefüllt werden, wo die Daten für das Attribut generiert werden.

Die praktische Anwendung und Flexibilität des IFC-Formats spielte auch im folgenden Vortrag, der sich mit dem Erhalt der Modellkonsistenz in den Leistungsphasen beschäftigte, eine wichtige Rolle. Tim Hannewald zeigte, wie man als BIM-Manager in der Praxis schon mit dem einfachsten Texteditor IFC-Dateien lesen und ggf. anpassen kann. Eine interessante Metapher gelang ihm mit dem Henne-Zaun-Prinzip. Dieses stellt darauf ab, dass wir auch bei komplexen Prozessschritten den Überblick behalten müssen und dafür ab und an, ein bis zwei Schritte zurücktreten müssen.

Im letzten Vortrag des Tages erläuterte Michael Risch (GF Bau-Planung-Risch & Mediator) wie der Interessenausgleich zwischen verschiedenen Stakeholdern in der Phase der Grundlagenermittlung mit den Methoden der Mediation ermöglicht werden kann, und das die Frage: Was erwarten Nutzer vom Bauwerk? auf ganz neuen Wegen diskutiert werden kann.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich Referenten und Publikum einig, dass der Tag die Komplexität der Veränderung transparent vor Augen führte, die der Branche bei der Einführung von BIM bevor steht. Die Kernfrage bleibt: Was macht ein erfolgreiches Gebäude aus? Die Herausfindung für die planende Fraktion ist nun betriebswirtschaftliche Kompetenzen aufzubauen und zukünftig nicht vor Begriffen wie total cost of ownership und life cycle costs zurückzuschrecken. Für die betreibende und vermarktende Fraktion stellt sich die Aufgabe, mit den neuen Möglichkeiten der modellbasierten Variantenplanung und deren Visualisierung nicht nur oberflächlich zu beschäftigen.

Für das nächste BIM-Forum im September 2018 gab es den Vorschlag, dieses erneut an einem Ort durchzuführen, der eine Praxisanwendung der Methode illustriert. Wir prüfen dies und werden Ort und Termin alsbald bekannt geben.

BIM bringt die Planer wieder an einen Tisch

Mit großem Erfolg fand am 16. September zum ersten Mal das EIPOS-BIM-Forum in Dresden statt.

Die Grußworte hielten: (v.r.n.l.) Volker Kylau, Referatsleiter Bau- und Liegenschaftspolitik des Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Silvio Lux, Leiter des Arbeitskreises BIM der Architektenkammer Sachsen und Peter Simchen, Vizepräsident der Ingenieurkammer Sachsen.

Die Fachreferenten Programm des Tages in der ersten Reihe des Hörsaals. Mehr als 90 Interessierte Architekten und Ingenieure kamen ins WTC, um einen Einblick in den aktuellen Stand und die Entwicklungen im Building Information Modeling zu erlangen.
Fünf Referenten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen berichteten sehr ausführlich anhand von konkreten Bauvorhaben über ihren BIM-Projektalltag und die Schnittstellen untereinander.

Das abwechslungsreiche Tagungsprogramm bot eine vielseitige und interessante Auseinandersetzung mit dem Thema und ermöglichte allen Beteiligten einen konstruktiven Austausch. In der abschließenden Podiumsdiskussion standen die Referenten ausführlich für Fragen zur Verfügung. Dabei wurde klar dass zwei Dinge bei BIM besonders wichtig sind:

Erstens: Über die Fachdisziplinen hinaus miteinander reden und Zweitens: Einfach anfangen! In diesem Sinn freuen wir uns auf die spannenden Entwicklungen des kommenden Jahres und eine Wiederholung dieses neuen Formats im kommenden Jahr.

EIPOS ist Mitglied im deutschsprachigen Chapter von buildingSMART. Diese Organisation arbeitet international an verbindlichen Standards für Open BIM. Regional treten die Mitglieder als Vernetzer für Initiativen und BIM-interessierte Unternehmen auf.