Nachlese vom 24. EIPOS-Sachverständigentag Holzschutz

Endlich wieder viele persönliche Begegnungen, Blickkontakte, gemeinsame Pausen als wichtige Zeit zwischen den Vorträgen, in der Schlange stehend beim Essen Kontakte knüpfen! Das war für unsere Dozenten, Teilnehmer, Aussteller und uns EIPOSIANER die erste Tagung in Präsenz in 2021!

Beim Sachverständigentag Holzschutz ist es wieder gelungen, ein hochkarätiges Programm zusammenzustellen mit einer geradezu idealen Mischung aus Forschung und Praxis und natürlich, wo der Bau- und Werkstoff „HOLZ“ im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Der Moderator des Tages – Herr Dipl.-Ing. Norbert Nieke - führte wie gewohnt fachlich versiert und frisch durchs Programm. Diesmal gab es eine neue Aufgabe: die Chatfragen der Online Teilnehmer zu uns in den Raum zu tragen.

Wir konnten wieder einen Fachexperten aus dem Hause „HOLZ AUSTRIA“ – der Österreichischen Gesellschaft für Holzforschung gewinnen. Dr. Boris Forsthuber stellte das Europäische Forschungsprojekt SERVOWOOD mit den zahlreich gewonnen Erkenntnissen zu mechanischen und chemischen Eigenschaften von Beschichtungen und deren Änderung während der Bewitterung sowie der frühen Schadensentwicklung bei Bewitterung vor. Das Ziel dieses Projektes war erreicht: die Entwicklung von Vorhersagemethoden für die Lebensdauer von Holzbeschichtungen und die Verbesserung der Aussagekraft von Bewitterungsversuchen.

Als Experte seines Faches wendete sich der nächste Vortragende -  Prof. Dr.-Ing. Rabold - vor allem an die Planenden und Ausführenden von Flachdächern und Dachterrassen im Holzbau und erläuterte die Ergebnisse eines aktuellen Projektes zum Schallschutz. Diese ermöglichen sehr hochwertige Ausführungen und schließen damit Planungslücken, die vor allem in der bauakustischen Planung von Dachterrassen und Loggien auftraten.

Dipl.-Ing. (FH) Ingo Dreger begeisterte durch seine mitreißende Vortragsweise das Fachpublikum mit seinen Untersuchungen und Sanierungstechnologien in und an den Dachstühlen der Villen Vigoni und Garovaglio am Comer See, die massiv durch den Nagekäfer befallen waren. Sieben Jahre Nagekäfer Monitoring ermöglichten nicht nur statistische Auswertungen sondern führten auch bei dem deutsch-italienischen Arbeits-Team zu neuen Erkenntnissen beim Umgang mit historischen Holzkonstruktionen. Mit …“Vorsicht vor pauschalen Lösungen und immer ins Detail geschaut“…,konnte für die Dachstühle eine passende Sanierung vereinbart werden. 

Echter Hausschwamm bevorzugt den Altbau. Wie sieht es mit den Hausfäulepilzen im Neubau aus? Dr. Huckfeldt begab sich in seinem Vortrag anhand ausgewählter Daten bestimmter typischer Konstruktionsteile, wie z. B. Balkenköpfe und Schüttungen auf Entdeckerspur.

Dr. Dirk Lukowsky beschäftigte sich mit den Fragen: Wie können Holzfenster vor einer Wasseraufnahme geschützt werden? Wie lassen sich dauerhaft schadensfreie Holzfenster herstellen? Welche Untersuchungsmethoden gibt es, wenn es zu Schäden gekommen ist? Er ging ausführlich auf die Schadensbegrenzung durch geeignete Planung, gute Holzauswahl, sorgfältige Verarbeitung, sachgerechten Einbau und angemessene Pflegemaßnahmen ein und  erläuterte, wenn es doch zu Schäden kommt, wo die tatsächlichen Ursachen gefunden werden können. Sein Fazit lautete: in vielen Fällen sind unzureichend verklebte Eckverbindungen die Schadensursache. Vorbeugender chemischer Holzschutz kann nur bei Einzelteilbehandlung wirksam sein. Durch Flügelabdeckungen lassen sich die Renovierungsintervalle wesentlich verlängern. Schäden durch Diffusion von Feuchte durch das Holz von innen nach außen kommen anders als oft vermutet annähernd nie vor.

„Wie immer gibt es Licht und Schatten“ so startete der lebendige Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Kehl. Er hat sich mit dem Entwurf des 2. Teils der Normenreihe der DIN 68800 auseinandergesetzt und einige Anpassungen herausgearbeitet. Herr Kehl beleuchte den Entwurf kritisch-konstruktiv und zollt gleichzeitig dem Ausschuss Respekt, der sicher in zahlreichen Sitzungen diesen Entwurf erarbeitet hat. Sein Schlusswort lautete: „In der Summe bleibt trotz der Kritik zu sagen: Die Norm hat sich bewährt und befindet sich auf einem guten Weg.

Fachausstellung

Wir danken den Fachausstellern für Ihre spannende Präsentationen, in der sich Teilnehmer wie Referenten über neue und bewährte Produkte informierten. Die Besucher waren sichtlich begeistert und jede Pause wurde ausführlich genutzt!
 

Auf ein Wiedersehen in 2022!